Sonntagschrist …

oder wie nennt man sowas …

Drüber reden und Jesu Worte toll finden, das kann ich anscheinend sehr gut, aber wenns  drauf ankommt dann versage ich …der ewige Kreislauf von Energie … da muss man Samstags einkaufen, bekommt schon an der Post den Wagen vom Hintermann in den Rücken gerammt, an der Kasse später dann drängelt der Nächste, auch noch Rentner, auf dem Parkplatz aggressives fahren und gehupe …. Stresslevel hoch 10!

An der Kasse im nächsten Laden steht ein Mann, ja er war schmutzig, er war ganz offensichtlich betrunken, hatte nicht genug Geld für den Alkohol den er sich kaufen wollte und konnte nur französisch, die Kassiererin sehr barsch und genervt, klar bei dem Stress, schnauzt ihn an, versprüht Parfum wegen des Geruchs, die Leute in der Schlange schütteln den Kopf und lästert… ich sage noch zu meiner Mutter; „Meine Güte, wer weiß warum er so geworden ist, vielleicht hatte er sehr viel Pech im Leben und kann nur so den Schmerz ertragen …!“

Und kaum bin ich ENDLCIH aus dem Laden raus, wo alles nur hektisch und nervig ist, sitzt dieser Mann genau vor dem Eingang an den ich meinen Einkaufswagen stellen muss, es geht leider nur da und ich … bin genervt, und mosere auch rum er soll aufstehen… eine Frau neben mir hilft ihm auf … und ich schäme mich … ich will zu Jesus gehören? Hat er nicht ganz eindeutig gesagt, dass man immer hilfsbereit sein soll zu seinem Nächsten, hat er es nicht vorgemacht wie er sogar Leprakranke angefasst hat?!

Ich schäme mich so sehr, dass ich als ich zu Hause bin noch mal zurück fahre, ihn umständlich frage ob er Hunger hat…um die falsche Reaktion wenigstens ein bisschen wieder gut zu machen. Ja er hat Hunger und möchte auch ein Bier. Ich bringe ihm Kaffee und was zu essen und entschuldige mich bei ihm. Auf den Handkuss mit Zunge hätte ich dann doch lieber verzichtet. Aber als ich wegfahre, hebt ihr die Mütze und nickt. Ich hoffe ich lerne damit fürs nächste Mal, gleich in SEINEM Sinne zu handeln. Es ist nicht so dass ich nichts an Obdachlose geben würde, ehrlich gesagt, vor allem wenn sie Hunde haben… aber das gemosere im Voraus … das war große Scheisse.

Denn der Kreislauf geht weiter wenn er nicht durchbrochen wird…. man fährt zum einkaufen, ist genervt von den Leuten die am Verkehr teilnehmen, aggressives Auffahren, Gehupe, Gefuchtle, Vorfahrt nehmen ect… im Laden drängeln die Leute, stehem im Weg, stöhnen gernervt, fahren den Wagen in den Steiß, die Kassiererin hat die Schnauze voll, ist übermüdet, gereizt, lässt es am Kunden aus … der Kunde motzt die Kassiererin an und draussen wird dann der Obdachlose (wenn es einer war …) angemossert… und was macht er … man tritt immer nach unten, vielleicht verscheucht er eine hungernde Katze, tritt sie oder verscheucht Vögel die dringend nach Krümel suchen… wer weiß es ….

Und deshalb muss man den Kreislauf unterbrechen und am besten bevor man einen Fehler macht. Aber dank IHM dürfen wir immer wieder scheitern, ER fängt uns auf und verzeiht uns … immer wieder.

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6 Gedanken zu “Sonntagschrist …

  1. Hat dies auf wupperpostille rebloggt und kommentierte:
    Auch ich war heute früh einkaufen und habe das gleiche gefühlt. als Teil der übellaunigen Menschen. Einen Lichtblick gab es auf dem riesigen, überfüllten, Regen-überströmten Parkplatz: Ein schwarzer Rabenvogel, hüpfend und fliegend die menschlichen Hinterlassenschaften zwischen den Autos und auf der Fahrbahn einsammelnd. Zwischenstopp auf der Dachreling eines Familien-Van`s mit artgerechtem Stuhlgang, schön an der Scheibe entlang – wenn man schon mal Pause macht.

    Zurück im Quartier stand noch ein fußläufige Runde an, unter anderem zum nächstgelegenen Geldinstitut, in Sachen Bargeld. Dort hockte er wieder, im Eingangsbereich, mit seinen sieben Sachen. Vor einer Woche sah ich ihn schon in einer anderen Filiale … er sitzt auf dem Boden, raucht, trinkt sein Bier, spricht niemanden an, er bettelt nicht. Es riecht nach billigen Tabak, mich stört er nicht, der Geruch, für diesen kurzen Moment.

    In meiner Hose ist noch etwas Kleingeld, ich trete auf ihn zu, sehe schon, dass er sich erklären möchte, doch bevor er etwas sagen kann, drücke ich ihm wortlos das bischen Kohle in die Hand, drehe mich um und gehe, während ich noch höre, oh, dat is aber nett …. Gerne, sage ich beim rausgehen.

    Frei gekauft? Vielleicht …

    Gefällt 1 Person

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