Sehnsucht

ist ein Gefühl das zwei Gesichter hat.

Sehnsucht und Vermissen kann so schön sein, wenn man Jemanden hat den man liebt, an den man denkt und auf den man sich freut.

Ich habe lange nicht verstanden, obwohl es eigentlich auf der Hand liegt, jetzt wo ich es „erarbeitet“ habe… warum ich auf das Vermissen mit Panik und Angst und Traurigkeit reagiere.

Die letzte Therapiestunde war sehr hart … ich wollte auch erst garnicht hin, aber ich habe mir selbst versprochen, dieses Mal nicht aufzugeben. So schwer es auch ist, so weh es auch tut. Ich will endlich lieben können, ich will mein Herz öffnen und heilen…

In der Hypnosesitzung sollte ich an meinem Freund denken, was ich fühle … Sehnsucht und Traurigkeit … ja und was steckt unter diesem Gefühl … und was war so klar dass ich selbst nicht verstehe dass es mir nicht klar war … die Trauer um einem Bruder. Immer noch. Diese Sehnsucht wurde nicht mehr erfüllt, das Vermissen wird nie wieder durch eine Umarmung und Zeit miteinander geheilt …

Er hat mich auf den Arm genommen, heim getragen, ich habe ihm gesagt, wie lieb ich ihn habe und wie traurig ich wäre wenn er nicht mehr leben würde …. und dann .. ist es nie wieder nach Hause gekommen …. und das sitzt so tief in mir drin… die Schuldgefühle, habe ich vielleicht hinter mir gelassen, warum auch immer ich auf die Idee kam sowas zu sagen….

Deshalb bedeutet Vermissen und Sehnsucht für mich Verlust, Angst, Panik und Einsamkeit. Deshalb falle ich immer mal wieder in so ein Loch und komme nicht mehr heraus.

Ich habe glaube ich nach der Sitzung zweit Tage lang durch geweint, ich habe gebetet und geatmet und vieles verstanden. Und ich war auf dem Friedhof. Ich versuche wieder wie früher mit meinem Bruder zu reden, auch wenn es weh tut, auch wenn ich manchmal denke ich werde verrückt.

Immer habe ich gedacht mit mir stimmt etwas nicht, weil ich schon als Teenager oft so traurig war und keine Lust hatte etwas zu unternehmen….

Weil ich dachte, ich war ja noch so klein, kann mich nicht mehr an vieles erinnern und es sind ja schon so viele Jahre vergangen…

Die Seele, die Liebe erinnert sich … die Seele vermisst … und eine Wunde heilt nicht nur weil sie alt ist. Sie bricht auf – gerade dann, wenn wir mit ihr konfrontiert werden. Sei es dadurch dass ein Freund, ein „Partner“ Verluste triggert … und auch dieses Gefühl anders und nicht in Ordnung zu sein…

Oder …. weil die Liebe so stark ist, dass sie einen erschüttert. So hat mein Liebster diese Wunde tief aufgerissen, dadurch, dass ich ihn so liebe wie Niemanden zuvor, dadurch dass er mir die Geborgenheit schenkt die ich zuletzt mit sieben gespürt habe, niemals mehr war ich seither so glücklich, so Eines mit Jemand anderem.

Und es ist gut so.

Ich verstehe jetzt langsam und endlich was in mir vorgeht.

Und ich erlaube mir den Schmerz und die Trauer um meinen Bruder.

Und ich werde mir erlauben, zu heilen und trotzdem zu lieben und glücklich zu werden.

Und ich werde den Liebsten um seiner Selbst willen lieben und ihn so nehmen wie er ist.

Und ich gebe diesmal nicht auf.

Und ich verzeihe mir und ich werde liebevoll mit mir und meinen Gefühlen umgehen.

Der Mann auf der Bank

Was habe ich in den letzten Wochen innerlich gekämpft, nicht nur mit den alten Themen, auch mit der Situation bei der Arbeit. Ich hatte schon während der Lehre Stress und blühe dabei auf. Es ist ein Stress der ertragbar ist, kein 12 Stunden Tag im OP … aber zu tun, zu helfen, 8 Stunden lang auch mal kaum Zeit zum trinken oder essen zu haben… das ist ok, so arbeite ich gern und so macht es mir Spass.

Nichts zu tun zu haben ist schrecklich für mich … ich streife an einer Depression… und ich war wütend … traurig, wütend, resigniert… habe keine Lust mehr zu garnichts und fühle mich nutz – und wertlos… und ich habe in meinem innere gekämpft… Lösungen gesucht …

Jetzt habe ich es anders versucht, auch wenn es sich anfangs angefühlt hat wie sich selbst was vormachen… aber wenn ich es nicht ändern kann, muss ich gehen … oder es akzeptieren und versuchen das Beste daraus zu machen, sonst bekomme ich spätestens in der Rente Depressionen wie mein Vater.

So habe ich die Zeit morgens genutzt, bin länger mit dem Hund spazieren gegangen…. habe eingekauft so lange wir zu Zweit sind .. ja ich hatte ein schlechtes Gewissen dabei, am Anfang, aber da ich mehrfach den Vorgesetzten geschildert habe, dass wir dringend Arbeit brauchen und sich nichts bewegt … was soll ich machen? Ich würde natürlich nicht gehen, wenn ich Arbeit hätte. .. ganz klar … ich lese Bücher bei der Arbeit und atme wenn mich wieder die alten Gefühle packen wollen….

Und ich versuche gute Laune zu haben und für die Patienten die ich habe mein bestes zu geben. Was mir manchmal schwer fehlt wenn ich so eine trübe Stimmung habe. Aber dann sollten doch die wenigen die da sind von den vielen Zeit profitieren.

Und heute bin ich dann kurz spazieren gegangen und habe mich an einen Brunnen gesetzt, vor einer Kirche und die Tauben beobachtet. Plötzlich fragte mich ein älterer Mann ob er sich zu mir setzten darf. Er hatte Redebedarf, hat mir sein Schlüsselbund gezeigt, mit uralten verzierten Schlüsseln, hat über seine kaputten Schuhe gesprochen, wie die Leute ihn anschauen, aber dass die einfach bequem sind mit den kranken Füssen, über seine Zeit in Berlin… über seine Eltern, die noch leben würden (? – er sagte er sei Jahrgang 1941?) … vielleicht hatte er ein wenig Demenz… vielleicht auch nicht… das Gespräch tat ihm gut, er hat sich gefreut… „das war sehr schön, ich wünsche Ihnen ein schönes Leben und alles Gute, bleiben Sie gesund …“ dann stand er etwas wackelig auf bis er sich wieder „eingelaufen“ hatte mit den Schmerzen an den Füssen… auf halben Weg hat er sich nochmal umgedreht und mir zugewunken.

Ich bin sitzen geblieben, bis er aus meinem Blickfeld war… und habe überlegt ob diese „zufällige“ Begegnung vielleicht irgendeine Botschaft hatte.

Und ja, vielleicht war es die Botschaft, dass wir gar nichts Großes vollbringen müssen, manchmal sind es die kleinen Dinge, freundlich zu Jemandem fremden zu sein, ihm zuzuhören, einen Moment und ein Lächeln teilen, vielleicht den Tag etwas angenehmer zu machen … vielleicht habe ich im Moment nicht so viel Arbeit wie ich mir wünsche, aber ich kann auch im Alltag nützlich sein für Andere…

Spiegel

es heißt ja, alles was wir an anderen bewundern, haben wir in uns selbst. Und alles was wir ablehnen auch.

Ich habe eine Freundin die sehr ängstlich ist, alles gleich auf sich bezieht und die letzten Wochen war ich sehr mit mir selbst beschäftigt, habe mich nicht gross gemeldet aber geantwortet, wenn auch nicht ausführlich, doch immer meinte ich so, dass sie sich nicht wieder einen Kopf macht.

Sie hat es doch gemacht und es hat mich echt genervt.

Gerade am Sonntag wieder.

„Haben wir wirklich keine Krach… etc.“

Ich habe nicht in genervtem Ton geantwortet, weil ich das nicht wollte und auch auf dem Sprung war. Und während des Waldspaziergangs mit einer anderen Freundin und dem erzählen wie es mir mal wieder in den letzten Wochen ging, hat sich mein Herz geöffnet und die Gereiztheit war weg, es war Verständnis da… weil ich ebenso bin…

Ich habe dann geantwortet, dass alles in Ordnung ist und dass sie mir vertrauen sollte!

Tut sie, aber ihr Kopf …

Ja auch das kenne ich und gerade dann sollte man nicht genervt sein.

Aber – Spiegel – ich bin es ja von mir selbst, wenn ich wieder mal in diese alten Glaubensmuster und Ängste rutsche kann ich mich nicht ausstehen, ich versinke in Selbstmitleid und denke alle können mich nicht leiden, so wenig wie ich mich selbst …

Wenn ich mich selbst annehmen kann …. mich selbst in den Arm nehmen kann… Verständnis für mich habe… für die verletzte Lisa … dann kann ich auch Verständnis und Liebe für die Freundin haben.

Tief

Ich bin es wirklich leid … immer wieder mit den alten Ängsten und Selbstzweifeln, den Glaubensmustern und den Wunden konfrontiert zu werden… manchmal weiß ich nicht mal was genau es ist … und ich verpasse den Zeitpunkt STOP zu sagen oder bin zu schwach, zu resigniert … oder ich bin es mir nicht wert?

Es fühlt sich an als hätte mich ein ICE erwischt und mitgenommen… ohne das ich wirklich einsteigen wollte… und er rast mit mir an Bord davon… und ich kann nicht aussteigen, weil es keine Haltestelle gibt…

Ich habe gebetet … um Hilfe … mein nächster Therapie Termin war noch so weit entfernt und wenn ich ehrlich bin, ich glaube irgendwie nicht mehr das es helfen kann. Aber wahrscheinlich erwarte ich immer wieder Wunder; ich geh 2 – 3 x hin und alles ist gut … es ist so mühselig immer wieder anzufangen .. immer wieder zu erzählen … aber vielleicht, vielleicht habe ich ja dieses Mal nicht bei Null angefangen.

Und am Freitag werde ich nicht darüber reden was alles in der Vergangenheit passiert ist, sondern was es in der Gegenwart mit mir macht.

Dann ist mir ein Podcast von Veit Lindau bei Instagram angezeigt worden. Ich höre sowas eigentlich nicht mehr, weil es mich so aufwühlt. Aber was er beschreibt trifft es genau. Und hat mir etwas die Augen geöffnet, dass das was ich fühle tatsächlich so ist, das es ganz offensichtlich nicht nur mir so geht … und vor allem, dass es nichts mit meiner Liebe zum Liebsten zu tun hat. Ich fühle mich wenn die alten Wunden aufreissen so schuldig ihm gegenüber und so von der Liebe abgeschnitten. Aber ich muss mich nicht schuldig fühlen, es ist einfach nicht geheilt. Es hat nichts damit zu tun, dass meine Liebe nicht tief genug ist. Und ich bin wiederholt froh, dass mir die Umstände die Möglichkeit einräumen zu heilen ohne ihn dabei mit hineinzuziehen und evtl. dadurch zu verletzen. ❤

Zur Poesie von Lene

…der alte Schmerz, das Ego … ja ich wäre das alles gern los … aber es bröckelt immer noch langsam. Aber immerhin es bröckelt. Gott sei Dank.

Immer mehr erkenne ich die Muster, die Glaubenssätze, den inneren Kritiker, übernommen von … ja egal von wem, er muss schweigen und seine Meinung ändern.

Wieder einmal waren es Gespräche, die mir geholfen haben, einige Dinge zu erkennen. Gespräch die ich gar nicht auf das Thema gelenkt habe, sondern die aus Mitteilungen des Gegenübers entstanden und bei mir – wieder mal – die Aha Erlebnisse ausgelöst haben.

Dabei ist mir auch aufgefallen, dass genau das wahrscheinlich meinem ehemals besten Freund fehlt. Der Austausch. Natürlich kann der auch ins Gegenteil ausfallen, wenn wir mit den falschen Leuten reden. Wenn uns Trigger begegnen. Aber auch hier hilft es auf seinen Bauch zu hören. Die Angst und den alten Schmerz durch Übung beiseite zu stellen.

Das erste Gespräch hatte ich mit einer noch frisch verheirateten Freundin. Sie war etwas niedergeschlagen, weil ich Mann nicht versteht, dass sie nach der Arbeit teilweise einfach in einem Tunnel ist und einfach so ausgelaugt, dass sie nichts geben kann, sondern Zeit für innere Einkehr braucht. Ich kenne das Gefühl. Ich hoffe ich habe das richtig beschrieben. Nun kommt sie nach Hause, es ist schon Abend, sie ist nicht allein, sie muss noch kochen …

Und ihr Mann nimmt ihr still sein und ihren Rückzug persönlich und wirft ihr das auch vor. Und das auch noch in WhattsApp Nachrichten, obwohl sie sich ja jeden Tag sehen.

So wenig ich ihn mag …. so sehr verstehe ich das Verhalten. Denn er reagiert so aus Angst, aus Selbstzweifel. Er ist so sehr darin verstrickt, dass er das auf sich bezieht und daraus entsteht ein Teufelskreis. Ich habe versucht Ihr das zu erklären. Sie weiß es wohl auch. Trotzdem tut es ihr weh, denn sicher hat sie es schon mehrfach versucht zu erklären.

Ich kenne dieses Gefühl. Ich erkenne es, gerade im Erklären für die Freundin. Und ich hoffe ich konnte ihr helfen, dass sie nicht mehr allzu gekränkt und sauer auf ihn ist. Er kann schwer aus seiner Not heraus. Da hilft wirklich nur Therapie.

Für mich war es sehr zu sehen, dass auch mehr Nähe, eine Ehe, ein tägliches Sehen, nichts an diesem Gefühl ändert … dass wir es nur selbst ändern können, indem wir uns selbst lieben und akzeptieren und das nicht ständig als Bestätigung von unserem Partner brauchen.

Das nächste Gespräch war am Samstag mit einer anderen Freundin, die ich lange nicht gesehen hatte. Was ich wieder mal auf mich bezogen hatte, dabei war sie einfach mit sich selbst beschäftigt, war depressiv und überarbeitet.

Sie macht sich ähnlich ängstliche Gedanken wie ich, wenn wir mal nicht da sein können oder wollen, oder mal abtauchen…. „Was wird meine Mutter denken, was denkt meine Schwester… sicher dass ich sie vergesse habe und sie mir egal sind ….“ (Natürlich waren die entsetzt dass meine Freundin auf so eine Idee kommt) ..

Und auch das nächste Thema, sie sprach an, dass wir uns um uns selbst kümmern müssen, damit wir geben können. Dass man auch sagen soll, was man sich wünscht. Ob ich das denn könne? Und dass ich sagen müsste, wenn mir die Fernbeziehung nicht reicht …

Und dann wurde mir klar, dass sie mir zwar nicht reicht, weil ich ihn so liebe … und ihn eigentlich immer um mich haben könnte. Aber mein Verstand weiß auch, dass es nicht geht, zumindest so schnell noch nicht, mein Herz weiß dass die Liebe so groß ist, dass ich das akzeptiere, weil mich noch nie ein Mensch so glücklich gemacht hat …

Und .. ich habe gemerkt, dass ich es noch nicht könnte. So sehr ich wollte, macht es mir noch Angst. Nicht vor ihm. Sondern vor mir. Die alten Wunden heilen langsam, aber sie sind immer noch da und können aufgerissen werden und bluten dann wieder. Und dass will ich ihm und mir nicht antun. Das hat nichts mit uns zu tun und ich werde meine Vergangenheit nicht mit in diesen heiligen Raum nehmen!

Schuldgefühle

Sind hartnäckig. Und seltsam.

Viele haben sie unnötig. Und welche die es nötig hätten, spüren gar nichts davon.

Wenn man sich selbst schuld an etwas gibt und darüber nicht weg kommt, dann zieht das einen langen Rattenschwanz an unbewussten Handlungen und unguten Gefühlen nach sich.

Vor kurzem hatte mein Bruder Geburtstag. Wie immer bin ich mit meiner Mutter auf den Friedhof gegangen. Wie immer war sie sehr traurig.

Aber ich habe mich verändert. Ich gehe davon aus, dass es endlich die richtige Therapieform für mich ist und diese ihre Wirkung gezeigt hat.

Erst am Abend ist mir aufgefallen, dass ich mich anders verhalten habe, anders gefühlt habe als sonst.

Die Trauer meiner Mutter hat mich immer wütend gemacht.

Aus Ohnmacht, weil ich nichts dagegen tun kann.

Sie hat mich genervt reagieren lassen. Genervt und gekränkt. Weil ich – gefühlt, nicht vom Verstand her, geglaubt habe, sie mache das um mir Schuldgefühle zu machen. Dass sie sich absichtlich rein steigern würde.

Das klingt und ist sehr merkwürdig. Und es ist mir auch peinlich. Aber ich konnte nichts dagegen tun, denn ich wusste nicht woher dieses Gefühl kam, ich weiß auch nicht wie lange das schon so ist … ob es schon immer so war.

Dieses Mal war es weg… ich habe sie in den Arm genommen, ohne innerlich distanziert, genervt und wütend zu sein. Ich war einfach für sie da und habe ihren Schmerz als das gesehen was er ist. Der Schmerz einer Mutter die Ihren Sohn verloren hat und für die das immer schlimm sein wird. Ein Schmerz der nichts mit mir zu tun hat. Und den ich auch nicht heilen kann. Den ich nicht teilen kann. Ich trauere um einen Bruder. Und das auch für mich. Auch das kann keiner heilen und muss auch niemand.

Poesie

Wieder mal spricht mir die liebe Lene aus dem Herzen.
Denn bei einem Gespräch mit einer Freundin am Samstag ist mir genau das klar geworden …. mehr dazu … später 🙂

HerzPoeten

Die Kunst der Liebe besteht nicht darin, sich auf den ersten Blick zu erkennen; vielmehr darin, sich nicht in Ängste, alte Verletzungen oder in sein Ego zu verlieren, damit durch einen zweiten Blick in die Seele des anderen die wirkliche Poesie von Liebe beginnen kann.

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Miteinander

Heute bin ich nach der Arbeit noch in der Fußgängerzone auf den Markt gelaufen.

Auf dem Rückweg kam ein hübscher junger Mann auf mich zu, mit einem Kaffeebecher ist der Hand und meinte „darf ich Sie etwas fragen?“ – Ich dachte – wegen dem Becher, er fragt ob ich Kleingeld habe 😂 und dachte noch „der sieht jetzt eigentlich nicht arm aus oder wie ein Obdachloser – er hatte ein sehr hübsches Lächeln und fragte dann wo ich mein Kleid her habe, weil das so schön wäre … und wünschte mir dann noch einen schönen Tag.

Hmm … eine wirklich schöne Begegnung. Er hat gestrahlt, ich habe gestrahlt, es ist so leicht einander etwas gutes zu tun 😊

Das Böse überwinden

Die Woche vor Ostern hatte wirklich schön angefangen, Dienstags noch war ich vollkommen glücklich. Ich saß in meinem neuen Laden im Wartebereich in der Sonne und habe Pause gemacht und war so dankbar, ja auch für das was letztes Jahr alles passiert ist, denn ohne diese – auch schlechten Erfahrungen – wäre ich nicht da wo ich jetzt bin.

Mein Liebster trägt zwar auch dazu bei, dass das alles ins Rollen kam, aber hätte der Mann auf der Arbeit dadurch nicht sein wahres Gesicht gezeigt, wäre ich immer noch in der Falschannahme einen wahren Freund zu haben und Seinetwegen wäre ich nicht mit dem Zentrum umgezogen. Mir war klar, dass es tatsächlich eben manchen Schmerz braucht um weiterzukommen.

Und ich dachte, mal wieder, dass ich jetzt stabil bin

Doch wenn dann mehrere Trigger kommen stürze ich immer noch in ein tiefes Loch und zwar schnell und tief.

Dienstag auf Mittwoch habe ich schlecht geträumt. Natürlich sagte ich mir tagsüber dann, dass es nur ein Traum war, der durch meine Ängste ausgelöst wird. Trotzdem ist er noch in den Gedanken gewesen und in der Stimmung. Abends eine schockierende Nachricht von einer Kollegin aus dem Krankenhaus, sie und eine andere wurden – OHNE VORWARNUNG – fristlos entlassen und mussten sofort ihre Sachen packen und Schlüssel abgeben. Der Chef – mein ehemaliger bester Freund – hat nichts dazu gesagt, er hat sich nicht mal mit Ihnen noch allein – ohne die Verwaltung – zusammen gesetzt, nichts.

Ich kann die Begründung sehr gut verstehen, sie haben sich ihre Testzertifikate über eine Internetseite besorgt, statt in der Apotheke. ABER !!! Die eine Kollegin arbeitet seit 10!! Jahren für diese Abteilung, 10 Jahre gute Arbeit, immer eingesprungen wenn Jemand krank war etc.. 10 Jahre gute Arbeit, 1 Fehler!

Und was noch dazu kommt, diese Zertifikate legt die andere Kollegin wohl schon seit Oktober vor. Wäre es da nicht angebracht gewesen, als Chef, BEVOR es an die Verwaltung geht … zu sagen, dass das nicht akzeptiert wird und sie in die Apotheke gehen soll?!

ich bin wirklich geschockt, wie man mit diesen Kolleginnen umgeht. Ich bin wieder mal von ihm geschockt. Was habe ich da nur so lange in ihm gesehen? Ich bin immer noch sauer auf mich selbst, dass ich das nicht erkannt habe oder nicht auf die innere Stimme gehört habe, die sich oft mal gewundert hat.

Nicht nur dass ich dadurch wieder mehr Kontakt hatte mit dem sogenannten „Team“, besagter Freund rief mich tatsächlich aufgrund dieser Kündigung an. Ich verstehe nicht mal warum. Er wollte mir seine Version erzählen, bevor ich die „andere Seite“ höre. Als ob das noch irgendwas ändern könnte. Auch wenn er tatsächlich die Wahrheit sagen würde, ich kann ihm nicht mehr glauben, nach allem was er mir letztes Jahr „angetan“ hat und welche Lügen er über mich erzählt hat. Und welche Lügen er aufgebracht hat und mir zu schaden!

Ihn zu hören hat mich dann noch zusätzlich aufgewühlt. Weil es so plötzlich kam. Und ich nicht die Dienstleisterin war, sondern Lisa … und Lisa weiß nicht, wie man mit Menschen die lügen und manipulieren umgeht, sie ist damit überfordert. Ich war allein in dieser Woche und das Telefon hat ständig geklingelt, Patienten saßen im Wartebereich. Ich habe deshalb abgekürzt und gesagt, dass ich nach dem Urlaub anrufe, ob wir etwas helfen können (ganz ehrlich, wie soll das weitergehen dort ohne die beiden? Da fallen pro Woche 28 Patienten weg!), sagte noch dass ich allein bin und das Läuten vom Telefon hat man auch gehört „Du willst ja nur nicht mit mir reden!“ So ein Scherz ist unter den Umständen unangebracht, denn wir wissen Beide dass es kein Scherz ist. Und wieder mal dachte ich, dass ich das nicht ertragen kann. Dass ich das nicht aushalte, weil es mich so sehr an meinen Ex erinnert und diese Panik und Angst, die Magenschmerzen alles wieder aufsteigen lässt, als stehe ich wieder mittendrin in dieser Beziehung.

Dann war noch ein Zahnarztbesuch bei dem ich wirklich auch noch Panik bekam. Das monatliche Hormontief kam dazu und dann noch der Karfreitag, der so warm und sonnig war, wie der Karfreitag als mein Vater auf der Intensivstation lag … das trifft mich mehr, als ein Todesdatum, es war so als ob es gerade passiert wäre und ich habe von Fr bis So morgen eigentlich nur durchgeheult.

Das Schlimme war auch, dass es so unerwartet kam, Dienstags war ich noch so glücklich und Freitag fühlte sich an als ob es nie wieder gut werden würde und ich hatte echt Bedenken wie mein Urlaub werden würde …

Aber es geht mir wieder gut.

Und es ging schneller als bisher.

Und ich habe das Gefühl, dass ich stärker werde. Hatte ich noch am Sonntag das Gefühl dass ich nicht damit umgehen kann und vielleicht doch kündigen muss, bin ich jetzt nach guten Gesprächen und nach einer Woche, gefüllt mit Dingen die mir gut tun, bereit mich nicht unterkriegen zu lassen.

Vielleicht bin ich noch nicht ganz über den Berg. Aber ich werde besser, ich werde stärker und ich lasse mich nicht besiegen vom Bösen!

Bunter Haufen / Romantisch

Vor der Pandemie da war ich in verschiedenen Gruppen, im Sport, im Yoga, im Scotish Country Dance, vor allem beim tanzen waren es sehr nette Leute, im Yoga teilweise auch, im Sport kam man komischerweise kaum in Kontakt.

Tanzen gibt’s seit Corona (für mich) nicht mehr, weil man beim Volkstanz ja nun wirklich JEDEM die Hand gibt beim tanzen … rechts, links .. und dem Nächsten usw. Salsa etc. ist schon lange für mich hinfällig, mit Fremden derart auf Tuchfühlung ist einfach nicht mein Ding …

Ich habe mich mega gefreut jetzt eine Tanzgruppe zu finden, bei der man in der Gruppe aber doch allein tanzt 🙂 ohne Anfassen, mit Test, da die Trainerin nach ihrer Impfung einen Herzinfarkt hatte und dementsprechend Angst vor einer Infektion …

Ich hatte schon vorher mal vom Line Dance gehört, aber das unter Country Musik und USA abgehakt … nicht mein Ding … aber das ist es nicht mehr, oder nicht nur, es gibt genug andere Lieder (bestes Beispiel Jerusalem) und es macht total viel Spaß! Ich muss zwar eine Stunde fahren um überhaupt zur Schule zu kommen aber das ist es mir wert. Die Leute sind total lustig, nett und man kam sofort ins Gespräch und danach, anders als in den anderen Gruppen gehen wir noch miteinander weg. Essen oder wenn man mag auch mal Konzerte. So viele verschiedene Frauen und ein Mann und alle auf dem gleichen Level.

Und ich war das erste Mal seit so langer Zeit mit einer lustigen Gruppe unterwegs und habe den Abend so genossen. Ich wolle zwar nach alter Gewohnheit gehen, wegen dem langen Weg, als die erste bezahlte aber die neue Lisa hat sich dann gesagt… schlafen kann ich auch noch wenn ich tot bin, es ist lustig und ich fahre einfach langsam … ich bleibe… 🙂

Auf der Toilette gab es Osterhasenklopapier … der Brüller … 🙂 nur mal so am Rande erwähnt. Das Essen war mega lecker und da ich nur eine Suppe bestellt habe, bin ich von rechts und links einfach mal noch mit mehr Essen versorgt worden 😀

Und direkt bei Ankunft zu Hause als ich den Motor abgestellt habe höre ich das Herzklopfen auf dem Handy (der Nachrichten Ton vom Liebsten ❤ ) und hatte vorm schlafen gehen noch 2 wundervolle Nachrichten von ihm.

Schöner kann ein Samstag gar nicht sein …. ❤ außer wenn der Liebste vor der Haustür gestanden hätte 😀 ❤

Und bei den Gesprächen den Frauen rechts und links und gegenüber… da ist mir wieder klar geworden was für ein Glück ich habe. Was für ein Geschenk dieser Mensch ist. Und was er alles in mir verändert hat.

Ich kann wieder lieben. Ich hätte niemals gedacht, dass das möglich ist.

Ich hätte nicht mal gedacht, dass ich mich noch mal verliebe in diesem Leben.

Wie war ich noch drauf vor ein paar Jahren…. ich war gar nicht mehr ich selbst… meine Ausbilderin in der Coaching Gruppe hat mal während einem Wochenende gesagt: „Ja die Lisa ist eine ganz romantische… sie will es nur nicht wahr haben und versucht es zu unterdrücken..:“

Ja bockig war sie die Lisa. Ich sehe mich fast da noch im Kreis sitzen und denken „so ein Quatsch… Romantisch… schon lange nicht mehr, bin doch kein Teenager!! „

Oh doch und wie … 🥰💕🦋😍

Und das ist mir auch eingefallen als ich da saß und hörte wie die Frauen sagten; „es gibt nichts was für Immer ist … der Zahn ist mir auch gezogen worden… „dann ging es an die Geschichten von den Ex Männern und den Fehlern …

Vor ein paar Jahren hätte ich zugestimmt. Trotzig.

Vorletztes Jahre hätte ich mit erzählt von den bösen Erfahrungen.

Letztes Jahr hätte ich Panik bekommen.

Jetzt saß ich dazwischen und hatte ein wunderbar warmes Gefühl im Herzen. Doch es gibt Liebe. Doch es gibt wundervolle Männer. Mit Fehlern klar, jeder hat die.

Und wenn sie sich umgeschaut hätten, dann wäre ihnen auch nicht entgangen, dass direkt an unserem Tisch etwas davon in der Luft lag und es war eigentlich nicht zu übersehen. Und es ist total schön. Keine Ahnung ob aus den beiden was wird. Aber es war so süß anzuschauen wie am die beiden jeden der 3 bisherigen Abende gleich beieinander standen, gleich angeregt unterhalten wurde und am Samstag zusammen am Tisch … wurde sich irgendwann nicht mehr an allgemeinen Gespräch beteiligt, die beiden haben sich einander zugewandt, geredet, gelacht und sich angeschaut … haben nur die Herzchen gefehlt…

Ich glaube wieder an die Liebe.

Und ich bin wirklich glücklich.

Und ich spüre dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das es wird. Schritt für Schritt.

Und mutig wie mein neues Lisa-Selbst ist, habe ich das geantwortet … wie glücklich ich bin mit ihm ❤ und es war so schön dass zu sagen.