Die Liebe. Nur ein Konstrukt?

Ja die Ansichten mögen radikal sein, aber sind sie das wirklich? Es ist genau das was ich auch immer wieder erlebe, Freunde die plötzlich unfrei und ganz anders sind wenn der Partner dabei ist … Paare in denen einer kuscht und der andere sich sein Leben trotz Beziehung so einrichtet wie es ihm/ihr gefällt… fest halten an etwas ungesundem, statt sich selbst zu verwirklichen, davon kann ich ein beschissenes Lied singen und wie viel Kraft es mich sogar Jahre nach der Trennung noch kostet … .. endlich sagt mal Jemand wie es ist, und klar, soll jeder machen wie er denkt, aber dann sollen die angeblich so glücklichen Pärchen andere die sich aus welchem Grund auch immer entscheiden allein zu bleiben keine Sprüche reindrücken, damit man sich als Ausserirdische fühlt oder den Mist aufsaugt sich schlecht fühlt und auch noch glaubt irgendwann …
Ein Beispiel hatte ich Euch ja schon erzählt von der Kollegin, wobei man bei ihr tatsächlich auch böse Absicht unterstellen könnte….
aber es passiert auch bei Freundinnen; da sitzt Du mit einer Freundin, die Du seit Wochen nicht gesehen hast im Cafe, damit sie Dir nach gerade mal 1 Stunde Ihr neustes Beziehungskonstrukt vor die Nase setzt … dem nicht schon unverschämt genug sagt sie zu diesem „sollen wir nicht mal deinen Freund T. mitbringen…? Der ist doch auch Single ….“ Geht’s eigentlich noch???? Wer hat gesagt dass sich diesen T. kennen lernen will…. und der Frechheit nicht genug, sagst Mr. Konstrukt: „Bei T. hätte sie schelchte Karten…!“
Hallo?????? Ich sitze hier und habe Ohren!!
Was für eine Demütigung!
Ich war so wütend dass ich nichts gesagt haben, aber die einzig richtige Antwort wäre gewesen; Ich habe die allerbesten Karten, denn ich bin nicht auf der Suche und schon gar nicht lasse ich mich verkuppeln!!!
Aber selbst wenn ich mich im Zaum gehalten hätte und das bedacht geäußert hätte, dann hat auch wieder Fr. Rösinger recht, dann hätte es geheißen; sie will ja nur verbergen dass sie keinen abbekommt!

Love's Labour's Lost

Ich bin gerade auf ein sehr sehr spannendes Interview gestoßen, das vermutlich die Gemüter zerreißen wird. Weil ich selbst hin und her gerissen bin und es bestimmt hilft, sich darüber auszutauschen, wäre ich sehr neugierig, eure Gedanken dazu zu erfahren.

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Immer wieder die falschen Gründe

Ja ich kann wohl sagen, dass ich ein glücklicher Single bin. Klar ist es blöd wenn man sich doch verliebt, dass es von vorneherein klar ist, dass das zu nichts führen wird. Aber das Gefühl geniessen, vor allem wenn es Gegenseitig ist, da s geht ja trotzdem – vor allem ohne Risiken und Nebenwirkungen 🙂 (bis auf das Vermissen).

Aber es gibt immer wieder Tage da wird einem das glücklich–sein vermiest. Mir zumindest. Aber nicht, weil ich mich im inneren einsam oder leer fühle oder meine ich müsste jetzt unbedingt ein Gegenüber haben dass 24 Stunden Zeit hat …

Nein es kommt von Aussen, von „total netten Kolleginnen“ z.B. die meinen „ein gutes Wort“ für einen einlegen zu müssen um dieses arme das Mindesthaltbarkeitsdatum überschrittenen verbitterten Wesen durch Verkupplungsversuche und Anpreisungen zu helfen….

Drauf angesprochen kommt dann noch ein : Aber Du bist doch auch ein Sonderangebot … Haha …

Manchmal liegt es auch an der Freundeumgebung, nicht dass ich es denen die es sich wünschen und so leben möchten nicht gönne oder sie sein lasse wie sie sind … Aber es ist sehr deutlich spürbar wenn der Samstagabend angebrochen ist … da muss man garnicht auf den Kalender schauen … Wird man unter der Woche nur so bombadiert mit Nachrichten, ist auf einmal Stille. Nicht dass das schlimm wäre, es ist ein natürlicher Vorgang, aber es ist spürbar…

Oder wenn alle Anderen eine Beziehung haben und Du gefühlt, nur gefühlt, denn die Realität sieht tatsächlich anders aus, Dein Leben lang schon das 5 Rad am Wagen bist und alle mit Jemandem zusammen nur Du selbst bekommst Keinen ab.

Das ist so dass Gefühl was mir mein Kopf dann vorgaukelt … letztens habe ich meine alten Tagebücher gelesen, im Sommer, so aus Jux und weil ich nach bestimmten Einträgen gesucht habe… und siehe da, es war gar nicht so wie ICH es immer GEFÜHLT habe, die Wahrheit ist, es gab einen Haufen Männer die sich für mich interessiert haben aber bei mir hat es einfach nicht gefunkt. Es war also nie so, dass ich keine Beziehung hätte haben KÖNNEN… dass ich mich dann außgerechnet mit diesem Riesenarschloch so viele Jahr eingelassen habe… und selbst während dieser Zeit hätte ich Gelegenheit gehabt abzuspringen, da gab es auch noch Gelegenheiten…

Jetzt ist immer noch die Frage, stimmt mit mir etwas nicht? Dass ich mich so schwer tue mit dem Verlieben, dass ich mich scheue wieder Jemanden in mein Leben zu lassen, weil ich mich allein wohl fühle und kein Bock habe auf Dramen und Kompromisse? Warum stört es mich so, dass andere meinen sie wissen es besser und ichi sollte wieder einen Freund finden. Mal ganz ehrlich; sagt man wie es ist, dass man gern allein ist, halten das doch nur alle für eine Ausrede und ich für meinen Teil denke dann trotzig, ich melde mich jetzt irgendwo an so einer idiotischen Partnervermittlung an, nur damit ihr seht, dass es geht … pah…

Ja aber wer trägt die Konsequenzen? Ich natürlich. Ich hab dann so einen Vollpfosten an der Backe, der mich nervt… nur um des Scheins willen. Seht her ich kann es auch …

Klar habe ich Angst, Angst im Alter dann einsam und allein zu sein, denn wenn erstmal alle Freunde in Rente sind, dann wird es meistens Samstagnachmittag sein.

Aber die Angst, mich wieder auf Jemanden einzulassen, der mein Leben verpfuscht, mich klein macht ohne dass es so offensichtlich ist, dass ich es sofort merke… die Abhängigkeit von der Gewohnheit, die Abhängigkeit dass Jemand da ist, der einem Aufgaben abnimmt die man nicht machen möchte, wie es nach Außen wirkt wenn man dann doch „scheitert“ wenn man sich trennt…. dass ich mich aus all diesen Bequemlichkeitsgründen und der Angst vor Schmerz wieder nicht trennen würde… Die ist größer als die paar Stunden die ich mich mal einsam fühle oder von technischen und handwerklichen Dingen überfordert bin und mir einen Partner wünsche … das sind sicher nicht die Gründe weshalb man eine Beziehung eingehen sollte.

Warten

Ja ich versuche dem Winter etwas abzugewinnen, von wegen Carpe Diem und so … schaffe ich auch, z.B. freu ich mich auf Geburtstage im November, ich freu mich auf Advent, auf die Weihnachtszeit, auch wenn ich da immer auch traurig bin… überall Lichter, Kerzen, Wärme, Duft … aber jetzt im Januar … ist es nur noch kalt, eklig und nervig … ich will Wärme, Sonne endlich wieder Kleider anziehen, mit offenem Fenster schlafen, die Vögel zwitschern hören (auch wenn es gelegentlich um 3 Uhr morgens von brüllenden Kleinkindern unterbrochen wird …das schöne schlafen mit offenem Fenster) … und irgendwie denke ich mir, das Leben ist doch ein ständiges Warten … Warten auf Weihnachten, Warten auf eine Verabredung, Warten dass der Stau zu Ende ist, Warten auf den Feierabend, Warten auf Urlaub und irgendwie auch auf das Ende des Urlaubs wegen bekanntem „Problem“… Warten dass endlich Sommer ist… und während wir warten… werden wir eigentlich nur Älter… ist doch echt scheisse …. 😦

Körpergefühl

Für meine Freundin bin ich – wie seit vielen Jahren – Modell gestanden. Und ja, ich hatte ein blödes Gefühl, weil ich mich immer schäme, weil ich mich nicht schön finde, ich würde nie in die Sauna gehen (auch wegen der Bakterien und Pilze – grins) aber vor allem wegen der Scham. Als ich noch sehr jung war, bin ich mit meinem Freund in einem Hamam gewesen und habe fast geheult als ich das Taschentuchgrosse Tuch sah mit dem ich mich bedenken sollte… Hilfe!

Aber ich bin über meinen Schatten gesprungen, weil ich die Idee toll fand. Weil es meine Freundin ist die mich kennt seit ich 12 (? oder jünger?) bin…

Und es ist toll geworden, das habe ich aber auch nicht sofort gesehen, ich habe Falten gesehen, am Ellenbogen, ja sowas gibts 😀 … Speckrollen … usw.. Bis ich mir andere Rücken ansah… Bis meine Freundin mir sagte, dass sie meinen Körper schön findet, sonst hätte sie mich nicht gefragt… Sie findet das Bild so schön, dass sie es auf eine Ausstellung mitnehmen will… Manchmal lohnt es sich fürs Selbstwertgefühl über seinen Schatten zu springen 🙂 ❤

Begrüßung am Morgen

„Schöne Kette und tolle Brüste… was kann ich noch sagen damit Du Dich gut fühlst?“ ❤

Nix „strahl“ das Lächeln allein hätte schon gereicht, aber das toppt es 😉
Und bevor jetzt einer mit MeToo oder so kommt, nein das ist nicht sexistisch. Es ist schön Frau zu sein und wahrgenommen zu werden – vor allem von einem Mann der nicht „so einer“ ist 🙂


Sonntagschrist …

oder wie nennt man sowas …

Drüber reden und Jesu Worte toll finden, das kann ich anscheinend sehr gut, aber wenns  drauf ankommt dann versage ich …der ewige Kreislauf von Energie … da muss man Samstags einkaufen, bekommt schon an der Post den Wagen vom Hintermann in den Rücken gerammt, an der Kasse später dann drängelt der Nächste, auch noch Rentner, auf dem Parkplatz aggressives fahren und gehupe …. Stresslevel hoch 10!

An der Kasse im nächsten Laden steht ein Mann, ja er war schmutzig, er war ganz offensichtlich betrunken, hatte nicht genug Geld für den Alkohol den er sich kaufen wollte und konnte nur französisch, die Kassiererin sehr barsch und genervt, klar bei dem Stress, schnauzt ihn an, versprüht Parfum wegen des Geruchs, die Leute in der Schlange schütteln den Kopf und lästert… ich sage noch zu meiner Mutter; „Meine Güte, wer weiß warum er so geworden ist, vielleicht hatte er sehr viel Pech im Leben und kann nur so den Schmerz ertragen …!“

Und kaum bin ich ENDLCIH aus dem Laden raus, wo alles nur hektisch und nervig ist, sitzt dieser Mann genau vor dem Eingang an den ich meinen Einkaufswagen stellen muss, es geht leider nur da und ich … bin genervt, und mosere auch rum er soll aufstehen… eine Frau neben mir hilft ihm auf … und ich schäme mich … ich will zu Jesus gehören? Hat er nicht ganz eindeutig gesagt, dass man immer hilfsbereit sein soll zu seinem Nächsten, hat er es nicht vorgemacht wie er sogar Leprakranke angefasst hat?!

Ich schäme mich so sehr, dass ich als ich zu Hause bin noch mal zurück fahre, ihn umständlich frage ob er Hunger hat…um die falsche Reaktion wenigstens ein bisschen wieder gut zu machen. Ja er hat Hunger und möchte auch ein Bier. Ich bringe ihm Kaffee und was zu essen und entschuldige mich bei ihm. Auf den Handkuss mit Zunge hätte ich dann doch lieber verzichtet. Aber als ich wegfahre, hebt ihr die Mütze und nickt. Ich hoffe ich lerne damit fürs nächste Mal, gleich in SEINEM Sinne zu handeln. Es ist nicht so dass ich nichts an Obdachlose geben würde, ehrlich gesagt, vor allem wenn sie Hunde haben… aber das gemosere im Voraus … das war große Scheisse.

Denn der Kreislauf geht weiter wenn er nicht durchbrochen wird…. man fährt zum einkaufen, ist genervt von den Leuten die am Verkehr teilnehmen, aggressives Auffahren, Gehupe, Gefuchtle, Vorfahrt nehmen ect… im Laden drängeln die Leute, stehem im Weg, stöhnen gernervt, fahren den Wagen in den Steiß, die Kassiererin hat die Schnauze voll, ist übermüdet, gereizt, lässt es am Kunden aus … der Kunde motzt die Kassiererin an und draussen wird dann der Obdachlose (wenn es einer war …) angemossert… und was macht er … man tritt immer nach unten, vielleicht verscheucht er eine hungernde Katze, tritt sie oder verscheucht Vögel die dringend nach Krümel suchen… wer weiß es ….

Und deshalb muss man den Kreislauf unterbrechen und am besten bevor man einen Fehler macht. Aber dank IHM dürfen wir immer wieder scheitern, ER fängt uns auf und verzeiht uns … immer wieder.

Demut

Nach diesem letzten Eintrag, fällt mir wieder ein, was ich schon längst aufschreiben wollte …

Letztes Jahr hatte ich einen Patienten mit einer Tetraspastik bei mir, alle vier Extremitäten gelähmt, seit Geburt. Nur den rechten Arm konnte er etwas bewegen, um zu Telefonieren ect… vor 2 Jahren hatte er einen Schlaganfall… und nun ist der rechte Arm auch noch gelähmt …

Und dieser Mann sagt mir; „Als ich in der Reha war und andere Patienten gesehen habe dachte ich; Es könnte schlimmer sein!“

Da fällt mir nichts mehr ein, ausser demütig den Hut zu ziehen vor so einen grossartigen Menschen!