Dankbarkeit

Ich jammere natürlich viel, bin oft traurig und depressiv, vor allem weil ich auf Andere schaue. „Drum siehe nicht was andre tun… “ (C. Morgenstern)

Ich bin auf mich selbst wütend, dass ich so viel nicht erreicht habe, wegen meiner Ängste und meinem „nicht loslassen können“.

Oft habe ich dann ein Gefühl der Einsamkeit, Angst vor Einsamkeit im Alter… doch die Tage kam mir plötzlich ein Blickwechsel; von Außen betrachtet ist immer alles ganz toll. Doch was wenn man versucht sich tatsächlich das Leben vorzustellen, als der/die Andere? Wie fühlt man sich dabei…?

Und da muss ich sagen, bei allen Verlusten, ich bin so dankbar für meine Kindheit, für meine Eltern, für meinen Bruder…

Und die Leben der Anderen wollte ich nicht führen! Ok es ist schade, dass ich keine Kinder habe, aber wenn man so manche Kinder betrachtet, klar man kann ein Riesenglück haben, aber es gibt auch die andere Seite, Kinder mit denen man nicht zurecht kann, schlecht zu erziehen sind und einem nur Ärger machen und dann mit einem Mann an der Seite, auf den man nicht bauen kann… bei dem man schon genervt ist wenn man morgens in sein traniges Gesicht schaut…

Ich bin dankbar, trotz allem, dass ich in den Jahren in denen man heiratet und Kinder bekommt, gescheitert bin … denn mit diesem Mann hätte ich im Rückblick keine Kinder haben wollen, zum Glück ist das nicht passiert. Mit diesem Mann hätte ich keine Ehe haben wollen, denn dann wäre ich ja noch schlechter weg und raus gekommen! Vor allem ohne Ehevertrag und mit ständigem Kontakt wegen der Erziehung der Kinder. Dass ich den Absprung nicht geschafft habe, nun gut, ja das kann ich mir immer noch vorwerfen, will ich aber nicht mehr, denn irgendwann ist es genug und außerdem nicht rückgängig zu machen! What the fuck!

Ich hatte wohl meine Gründe. Und selbst wenn es die Angst war, es war nun mal so und es gehörte zu mir. Angst ist eine ganz normale Sache, klar Angststörungen sollte man behandeln .. ich arbeite dran 🙂

Und zur Liebe, klar, es könnte einfacher sein, klar wünschte ich mir ich könnte den Mann den ich jetzt liebe abknutschen, immer bei mir haben, die Nächte mit ihm verbringen, auf dem Balkon Wein trinken …Hand in Hand spazieren gehen und da ich das alles nicht kann, möchte ich ganz oft fliehen, damit ich ihn wenigstens nicht ständig vor der Nase habe… (und mich evtl. blockiere für andere Männer?)

Was für andere Männer? Ich denke, wenn mir der Richtige mit den richtigen Qualitäten über den Weg läuft, sage ich sicher nicht; Nein Danke, ich spare mich fürs Altersheim auf, ich bin ja nicht Florentino Ariza!! Aber solche Männer gibt’s mal nun nicht im Baumarkt zu kaufen …

Also ich könnte gehen … und dann?

Es wäre viel schlimmer ihn nicht zu haben. Da ist Jemand der mich liebt, auch wenn wir nicht zusammen sein können, aber er liebt mich, so wie ich bin… er stärkt mich und lacht und weint mit mir. Er ist ein wunderbarer Freund, wie viel schrecklicher wäre ein Leben ohne ihn?? Wie phantastisch ist so ein Geschenk, so einen Menschen im Leben zu haben! Deshalb sollte ich dankbar statt traurig sein … ❤

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Ehrlich sein…

Eigentlich bin ich bekannt dafür, dass ich immer sage was ich denke… nur in einem Punkt kann ich das nicht, dabei würde ich es so gern.

Einmal ehrlich sein. Zu ihm. Wahrheit oder Pflicht. Vielleicht nur 5 Minuten. An einem neutralen Ort. Einmal sagen was ich wirklich denke. Und dann vergessen. Und für immer schweigen….

Aber ich habe wieder gelogen. So getan als ob … dabei hätte ich genug Gelegenheit gehabt, wenigstens zu sagen; so ist es bei mir auch.

Aber wie kann ich ehrlich sein unter den gegebenen Umständen? Mich so verletzlich machen.

Und der Tag war so schön. So schön, dass es wieder weh tut und eigentlich sehr traurig ist. Wie kann das gleichzeitig sein.

Es wäre so kraftvoll und mutig zu seinem Gefühl und den Wünschen die es begleiten zu stehen. Aber das schaffe ich nicht. Wo soll ich mich dann verstecken. Das wäre ein Gefühl wie nackt durch Berlin zu laufen und danach in der Tageschau gesendet zu werden.

Ich kann das nicht. Und doch hätte ich es verdient. Er hätte es verdient. Aber was soll er überhaupt damit anfangen, mit der Ehrlichkeit?

Empathie

Leider ist eines meiner Tiere sehr krank. Knochenkrebs, auch noch an einer richtig miesen Stelle, so dass das Laufen mehr als schon immer extrem eingeschränkt ist. Aber sie hat immer noch Lebensfreude, frisst und trinkt, deshalb kommt erlösen noch nicht in Frage.

Nicht jeden kann man bitten im Fall der Fälle zu helfen und die Freunde die ich bitten würde waren im Urlaub, so dass ich gezwungen war „vorzufühlen“ wer sonst noch bereit wäre mir zu helfen, denn ich möchte sie nicht einäschern lassen, sondern zu Hause haben, wie die anderen Tiere auch, bzw. auf dem Acker.

Ich hätte 2 sehr liebe Männer die helfen würde, blöderweise habe ich auch noch einen Dritten gefragt, der wohl – am Rande bemerkt – immer noch glaubt, dass aus uns was wird…

Abgesehen davon, dass er sich über die Sache an sich lustig gemacht hat, da wollte ich erstmal darüber hinweg sehen, weil viele Menschen mit dem Tod nicht umgehen können, ist auch die Aussage da nach und natürlich legitim, jeder hat das Recht auf seine Meinung, A B E R : der Ton macht die Musik und im Angesicht eine so traurigen Situation sehr schnoddrig und nicht im Mindesten rücksichtsvoll zu äussern, “ Ich kann Dir schon helfen aber bei der Bestattung möchte ich nicht dabei sein ….mit toten Tieren hab ich es nicht so!“

Da fällt mir nix mehr dazu ein ..

Und gestern eine WhattsApp „Wie geht’s Dir?“ wo ich schon dachte, da regt sich doch noch ein Funke Mitgefühl „Geht so“ „Wo drückt der Schuh?“

???????

„Mein eines Tier ist schwerkrank. Dachte ich hätte das erzählt!“

„Ja das hattest Du!“

Ok … alles klar, Danke für Dein Mitgefühl. Nicht dass ich darauf angewiesen wäre, aber es ist doch schon auffällig wie wenig empathisch dieser Mensch sein kann. Mal ganz abgesehen, von all den anderen Dingen die er sonst noch so vom Stapel gelassen hat, an diesem besagten Abend.

Also da verbringe ich meine Zeit doch lieber daheim mit Tee und Buch!

Nächtliche Begegnung

Zum Glück leben wir noch einigermaßen „ländlich“, was aber leider nur die Entfernung zum „echten Stadtkern“ ausmacht, als die Art wie die Menschen hier „hausen“. Mittlerweile stehen um unser hübsches Haus und dem großem Garten in denen Wildblumen und Kräuter wachsen, tierische Holzskulpturen, kleinen Keramikpilzhäusern, Frösche, allerlei Gefiedertes, Glücksdrachen und jede Menge Vogelhäuschen stehen, umgebaute Prunkvillen, Steingärten (der Alptraum jedes Insekts), Porsche und allerlei unnötig menschliches …

Umso mehr freut mich diese Begegnung heute Nacht. Mein Schlafzimmerfenster im 2. Stock war offen und nur der Vorhang hing über die Sitzbank, damit mein Hund morgens nicht die frühstückenden Vögel aufscheucht, draußen hat etwas gescheppert und ich stand auf und schaute vorsichtig unter dem Vorhang durch, erwartete eine Katze oder einen Marder, Ursache der Schnüffelattacken durch die Hunde jeden Morgen im Garten …

Doch da stand, direkt unter meinem Fenster auf dem Garagendach und schaute zur mir hoch, unbeweglich mit wunderschönen bernsteinfarbenen Augen und einfach perfekt; ein junger Fuchs … ich war so hin und weg, das Herz ging auf und ich hatte Tränen in den Augen. Was für ein wundervolles und schönes Tier. Als ich später eine Weile geschlafen hatte, dachte ich schon, ich hätte das nur geträumt, doch im Morgengrauen war er noch mal da 🙂 ❤ anmutig und leise ist er da oben rumgelaufen und dann in den Garten gesprungen. Wie im Märchen 🙂 da bin ich auch gewillt weiter meine Nachbarn zu ertragen, wenn es hier noch so schöne Begegnungen gibt. 😀

Das Gegenteil

Ich muss an die Schwingungen anknüpfen… denn gestern hatte ich das genaue Gegenteil und konnte nur einen geringen Anteil des Tages genießen.

Ich liebe die Stadt in die ich gefahren bin, trotz – wieder mal – gesteigerter Mühen dank der lieben DB. Also bisher konnte ich die schlechten Erfahrungen nicht bestätigen. Nach dieser Woche muss ich sagen; sie haben alle recht und es ist wirklich ein Graus mit der Bahn zu fahren, ich würde am liebsten sagen NIE WIEDER, aber ich weiß dass mir nicht immer die Wahl bleibt oder eher selten.

Aber zurück zum Thema:

Ich war schon oft in dieser wunderschönen Stadt und würde am liebsten dort wohnen, das erste Mal mit meinem Ex und es war ein verlängertes Wochenende. Es war ok. Einer der Urlaube in denen es mal keinen Streit gab. Aber ein paar Jahre später mit meiner Mutter war es, trotz eines traurigen Anlasses dass wir überhaupt so viel Zeit zur Verfügung hatten und einen gemütlichen Tag ohne auf die Uhr schauen verbringen konnten, war es ein Tag der im Herzen abgespeichert ist und einfach rundherum perfekt war. Leider habe ich damals meinen Foto vergessen und noch kein Smartphone, so dass ich kein Bild von uns habe … aber die schönsten Erinnerungen behält man doch im Herzen.

Wir sind morgens los mit dem Bummelzug der direkt am Rhein entlang fuhr, haben im Zug gefrühstückt, Kaffee und lauwarmes Vanille Croissant, dann haben wir dort den Tag gemütlich verbracht, sind mit dem Touri-Bähnchen gefahren, lecker Mittag gegessen in einem urigen KneipenBistroRestraurantIrgendwas :), Eis gegessen, einkaufen gegangen und sind noch lange am Fluß gesessen bis wir zurück mussten…

Gestern war es anderes, nerviges Gelaber im Zug, Verspätungen die unendlich (ja es nervt mich auch dass die Züge so unzuverlässig sind aber irgendwann ist auch mal wieder gut!) .. kommentiert werden .. Gejammern… dann Details aus Sexleben dass man nicht wissen will … die ggf. aber für Kurzgeschichten herhalten könnten, um es mal positiv zu sehen! Bei Laufen bin ich mir dann vorgekommen als wäre ich mit dem Altersheim unterwegs … zwischen durch konnte ich die Bekannte abgeben, weil sie ihren Kopf völlig unsinnig aber mir zu Gunsten durchsetzen wollte … gut bleibt Ruhe für mich 🙂

In der Zeit auch ein sehr schönes Erlebnis mit einem Straßenmusikanten; Fluss, Platanenallee, Wind und er singt Halleluja … einfach ein Herzensmoment…

Was ich eigentlich sagen wollte, klar, hält man das aus… oder fährt allein … aber man es kaputt und der Akku ist leer danach und so sollte es nicht sein, man sollte frisch und aufgetankt sein … so wie mit meiner Freundin am Dienstag oder meiner Mama vor 4 Jahren … und allein ist halt auch nicht so schön, es geht, aber die schönen Momente teilen ist eben doch noch bereichernder.

Energetische Schwingungen

Ich habe eine Freundin wiedergetroffen, die ich seit 4 Jahren , unfassbar wie schnell diese Zeit verging, nicht gesehen habe… obwohl wir garnicht so weit voneinander entfernt leben. Aber Jede hat so ihr Päckchen zu tragen und wenn die Eine gerade eine aktive Phase hatte, war die Andere mal wieder im Schneckenhaus.

Jetzt haben wir uns endlich wiedergesehen … und es ist erstaunlich wie gut einem manche Menschen tun, da ist es egal, dass der Regen wie aus Eimern den Tag im Schlossgarten ruiniert hat, das mehrere Züge sowohl bei Hin- als auch Rückfahrt entweder verspätetet waren, ausfielen oder zu früh hielten …

Das der Tag ewig lang war von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr abends … wir haben so viel gelacht uns über alle möglichen Themen ausgetauscht und es tat so gut, dass ich friedlich wie schon lange nicht mehr geschlafen habe und nichts was an diesem Tag schief ging mir die Laune verdorben hat .. und so bin ich auch aufgewacht, wohlig und erfrischt, dank dieser wundervollen Energie die hier ausgetauscht wurde…

Und ich bin der göttlichen Fügung dankbar, dass er uns zusammen geführt hat, was eigentlich denkbar unmöglich war ..